Verfasst von: worldtext Am: 5. März 2009
Germanisms sind, einfach ausgedrückt, Deutsche Begrifflichkeiten, Phrasen, Grammatikstrukturen oder einfach nur Wörter, die im Englischen benutzt werden. Wo jedoch die meisten Definitionen auseinandergehen ist die genaue Benutzung, bzw. die Nutzer – wenn wir den Begriff germanism parallel zu Anglizismus nehmen, dann wäre ein germanism ein Deutsches Lehnwort im Englischen. Wenn wir germanism als Begriff für das fälschliche Benutzen von Deutscher Grammatik, Satzbau, Vokabeln in einem Englischen Satz, gesprochen von einem Deutschen sehen, dann weicht dies weit von der Bedeutung Lehnwort ab. Gerade letzterer Fall ist für uns Deutsche, die ihre Englischkenntnisse stetig verbessern wollen, ein wichtiges Thema.
Jeder Deutsch-Muttersprachler hat es schonmal aus Versehen beim Englisch sprechen getan. Humoristisch in den meisten Fällen, bei Perfektionisten und wichtigen Anlässen jedoch ein Zeichen von fehlender Sprachpraxis und Kenntnis. Sätze wie “I speak very well English” sind durch Personen wie Lothar Matthäus bekannt geworden, doch auch weniger krasse Beispiele sind keine Einzelheit bei Deutschen, die der Überzeugung sind, dem Englischen mächtig zu sein. Die Uni Giessen hat eine Liste mit den häufigsten germanisms, gegen die man seine eigenen Fähigkeiten testen kann.
Uni Giessen – Writing Germanisms
Doch was ist dem germanism das dem Anglizismus gegenübersteht? Wie weit verbreitet sind Deutsche Wörter, Phrasen und Redewendungen im Englischen? Nun, weiter verbreitet als man glaubt, aber nicht annähernd so weit wie Anglizismen in unserer Sprache. Wörter wie “kindergarden“, “wunderkind“, “angst” sind alles Lehnwörter, die mehr oder weniger jedem Englisch-Muttersprachler etwas sagen. Durch große Immigrantenströme nach Amerika und später den jüdischen Diasporas in Amerika durch den Zweiten Weltkrieg wuchs der Einfluss der Deutschen Sprache vor allem in den Vereinigten Staaten.
Doch Deutsch ist nicht die Weltsprache, wie sie vielleicht zur Zeit des Heiligen Römischen Reiches war, und von daher kann man nicht erwarten, dass die Anzahl an germanisms in einer anderen Sprache es z. B. ermöglichen würde, mit einer Person, die kein Deutsch beherrscht, trotzdem zu kommunizieren. Die Menge an Anglizismen in der Deutschen Sprache jedoch brachte mehrfach die Diskussion auf den Tisch, dass Deutsche Sprachgut würde “zerfallen” und normales Deutsch würde zu Denglisch werden – eine Verballhornung des Deutschen mit überwiegend Englischen Wörtern.
Die Diskussion wird auch nicht allzu bald enden, solange Leute Denglisch als “Problem” ansehen. Einen wichtigen Aspekt scheint übergangen zu werden in der Diskussion. Sprachen sind nicht festgesetzt, sondern “flüssig”. Lehnwörter sind in jeder Sprache normal, Japanisch hat zum Beispiel viel mehr Anglizismen und scheint auch weiter Wörter, vor allem in der Technologie, gern zu assimilieren. Argumente wie “Die Deutsche Sprache ist wichtig für die Kultur” werden falsch verwendet – Durch die Vermischung des Deutschen mit Englischen Lehnwörtern hören wir ja nicht auf, Deutsch zu sprechen. Im Gegenteil, wir nehmen uns die Wörter im Englischen, die uns gefallen (-> Die im Vokabular hängen bleiben) und fügen sie unserer Kultur hinzu. Wäre das Deutsche oder irgendeine andere Sprache in Gefahr komplett durch das Englische ersetzt zu werden, wäre das schon längst passiert – Englisch gibt es nicht erst seit Vorgestern.
-Moritz
1 | The infected German language » A Mind @ Play
6. April 2011 um 08:51
[...] Sister?” in the tram. Such trespassings might sound alarm bells for some, but such is the natural progression of languages. They all show examples of loanwords from their journeys through history, English [...]