WORLD OF TEXT

Archiv für März 2010

Kurz vor Ostern bekommt auch der World Text-Blog ein frischen und helleren Anstrich. Passend zum Frühling.

World Text wünscht allen fleißigen Blog-Lesern

FROHE OSTERN!

Seit Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrtausends ist das Internet aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Es dient der Wissensverbreitung und unterstützt Unternehmen bei der Kundenakquise und -betreuung. Um viele Zielmärkte ansprechen zu können, müssen Internetpräsenzen oftmals auch in mehreren Sprachen angeboten werden. Immerhin sagte schon Willy Brandt einst: “If I’m selling to you, I speak your language. If I’m buying, dann müssen Sie Deutsch sprechen.”

Die entsprechenden Websites können entweder übersetzt oder lokalisiert werden, wobei die Lokalisierung um ein Vielfaches kosten- und zeitintensiver ist. Während sich die Übersetzung einer Internetpräsenz lediglich auf die Textinhalte konzentriert, befasst sich der Lokalisierer mit einer kompletten Anpassung an die Zielkultur. Das heißt, neben Texten werden auch Abbildungen, Farben, Symbole, Beispiele, Währungen, Längen- und Maßeinheiten usw. geändert.

Eine “internationale” Website kann dem Übersetzer / Lokalisierer dabei viel Ärger und Mühe ersparen. International – das bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Redewendungen, Metaphern und dergleichen vermieden werden sollten, da es in der Zielkultur oftmals keine 1-zu-1-Entsprechung gibt bzw. sprachliche Bilder eine komplett andere Bedeutung haben können.

Inwiefern sich eine komplette Lokalisierung lohnt und in welchen Fällen eine Übersetzung der Texte ausreicht, sollte gemeinsam mit dem Linguisten erfolgen.

So long, Nicole

Mit der LICTRA 2010 wird die bis ins Jahr 1965 zurückreichende Tradition fortgesetzt, in der unser Institut regelmäßig Forscher aus aller Welt zu Diskussion und Gedankenaustausch zusammenführt.
In ihrer Kombination aus Kontinuität, Größe und Niveau ist diese Leipziger Konferenz eine in Deutschland einzigartige Veranstaltung für die Förderung der Translatologie. Die jeweils daraus resultierenden Tagungsakten sind Meilensteine der Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft.

Die LICTRA-Rahmenthemen sind oft Indikatoren oder Stimuli zentraler Forschungslinien der Translatologie: Translationdidaktik (1997), Translationskompetenz (2004), Translationsqualität (2007).
Mit dem bewusst allgemein gehaltenen Rahmenthema Translationsforschung wollen wir – auch im Lichte des 600-jährigen Bestehens der Universität Leipzig und der 70-jährigen Geschichte unseres Instituts – einen möglichst facettenreichen Einblick in den aktuellen Stand der Wissenschaft und Lehre auf dem Gebiet der Translatologie bieten. Dabei werden neueste Erkenntnisse aus relevanten Disziplinen wie Kognitionswissenschaften, Psycho- und Computerlinguistik oder Wirtschafts- und Medienwissenschaften einbezogen.

Damit soll auch der Wissensaustausch der einzelnen Forschungseinrichtungen gefördert werden, sodass Synergien und neue Ansatzpunkte in der Forschung entstehen, die beispielsweise im Rahmen von internationalen Promotionsstudiengängen verfolgt werden könnten.

Wir konnten bereits namhafte Referenten aus aller Welt für Vorträge gewinnen. Gleichzeitig ist die LICTRA aber auch ein Forum für Nachwuchswissenschaftler/innen, um dem wissenschaftlichen Nachwuchs im In- und Ausland einerseits einen Überblick über den neuesten Stand der Forschung zu bieten, andererseits auch die Möglichkeit, auf der internationalen Bühne in Erscheinung zu treten, wertvolle persönliche Kontakte zu knüpfen und Anregungen sowie Partner für Forschungsprojekte zu finden.

Die LICTRA 2010 soll wie ihre Vorgängertagungen sowohl den Horizont erweitern als auch Denkanstöße geben und Appetit machen auf Neues – sie ist ein Indikator und Katalysator für translationswissenschaftliche Forschung.

Quelle: http://lictra.info/page1.php

So long, Nicole

Aus: “Nordkurier” vom 24.02.2010; für den Esperanto-Verein Neubrandenburg e. V. aus der Zeitung übertragen: Rene Philipp

Der Nordkurier beschäftigte sich am 24.02.2010 mit einer gesamten Seite zum Problem der deutschen Sprache in der heutigen Zeit.

Angesichts der Anglomanie der Deutschen sagt der “Verein Deutsche Sprache e.V.”: der Klügere spricht Deutsch


Hintergrundwissen

Deutsch gehört zu den drei meistgelernten Sprachen weltweit.

Fast ein Fünftel aller Bücher, die jährlich weltweit herausgegeben werden, erscheinen auf Deutsch. Das sind 60.000 Neuerscheinungen.

Deutsch ist weltweit die zweithäufigst genutzte Sprache im Internet.

Es gibt über 700 deutschsprachige Studiengänge außerhalb des deutschen Sprachraumes.

Deutsch gehört zu den zehn meistgesprochenen Sprachen weltweit.

Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache in der EU.

Deutsch ist Amtssprache in Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Belgien und Italien, genießt offiziellen Status in Frankreich und wird in etlichen Sprachinseln Mittel- und Osteuropas gesprochen.

Außerhalb des deutschen Sprachraums werden über 3000 deutschsprachige Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehprogramme produziert.

Mehr als 100 Millionen Menschen außerhalb des deutschen Sprachraums sprechen die deutsche Sprache.

In den USA leben rund 60 Millionen Deutschstämmige. Etwas zehn Prozent von ihnen sprechen noch heute Deutsch. Sie sind die größte ethnische Bevölkerungsgruppe der Vereinigten Staaten.

Deutsch ist die Kultursprache der Welt. In keine andere Sprache wurden so viele Werke der Weltliteratur übersetzt.

So long, Nicole

Die folgende Frage kommt vermutlich den meisten, die Übersetzen / Dolmetschen studieren, recht bekannt vor: „Und was machst du dann, wenn du mit dem Studium fertig bist?“ Zunächst schaut man ein bisschen ungläubig und wundert sich vielleicht sogar über diese (groteske) Frage. „Das ist doch ganz klar,“ denkt man bei sich (mimt aber die Verständnisvolle und erklärt ausführlich die Studieninhalte). „Ich studiere Übersetzen/ Dolmetschen, also werde ich später mal Übersetzer / Dolmetscher.“

Mit steigender Semesterzahl wird einem dann jedoch bewusst: So klar ist das gar nicht. Die Misere beginnt bereits im Grundstudium mit Linguistikkursen (mal auf Deutsch, mal auf Englisch oder Französisch), die für die Einen ein Fluch, für die Anderen ein Segen sind, und nimmt mit Kursen zur mündlichen Textproduktion und Kulturwissenschaft ihren Lauf. Wer Übersetzen / Dolmetschen studiert, muss nämlich nicht unbedingt Übersetzer / Dolmetscher werden. So viel sollte bereits nach dem ersten Semester klar sein. Einigen liegt der theoretische Teil des Studiums vielleicht besonders gut, sie sind mit Saussure quasi per du und sehen ihre Zukunft in der Wissenschaft. Zu diesen Studenten habe ich nie gehört. „Durchhalten“ war mein Motto während schier endlosen Linguistikstunden. Ich brauche die Begriffe Substrat, Superstrat und Adstrat nur zuhören und in meinem Kopf wird die Melodie von Tom und Jerry gespielt. Mein Gehirn schaltet auf stur. Auch Referate zu halten oder mich besonders gut zu präsentieren gehörte nie zu meinen Stärken, weswegen ich auch eine Karriere als Dolmetscherin schnell ausschließen konnte.

Was also bleibt, ist der Übersetzerjob. (Hab ich doch von Anfang an gesagt ;) ). Aber auch hier ist Übersetzer nicht gleich Übersetzer. In spätestens zwei Jahren möchte ich mit meinem Studium fertig sein. Es ist also an der Zeit, dass ich mir langsam Gedanken darüber mache, wohin mich mein Weg führen sollen. Selbstständig machen oder doch lieber bei einer Übersetzungsagentur anfangen? Welche Spezialisierung soll es sein – Recht, Wirtschaft, Technik oder vielleicht doch Medizin? Oder etwas ganz Anderes? Da gibt es aber auch noch die Möglichkeit, als Software-Lokalisierer, technischer Redakteur, Literaturübersetzer, Untertitler, Lektor oder Projekt- und Qualitätsmanager zu arbeiten. Und und und. Es gibt also wahrlich genug Einsatzgebiete für Übersetzer und die verunsichert fragende Verwandtschaft kann beruhigt werden. Aber wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Glücklicherweise bieten die Unis da verschiedene Fachkonferenzen, Kongresse oder sonstige Veranstaltungen an. So beschäftigt sich beispielsweise die englische Abteilung des Seminars für Übersetzen Dolmetschen der Uni Heidelberg besonders mit der Übersetzung medizinischer Texte und organisierte daher in den vergangenen Jahren regelmäßig Konferenzen zum Thema Teaching Medical Translation. Am Institut für angewandte Linguist und Translation der Uni Leipzig werden viele ehemalige Studenten des IALT eingeladen, um von ihren Erfahrungen zu berichten und kurze Vorträge zu dem Bereich zu halten, in dem sie nun arbeiten. Das alles beantwortet bereits viele Fragen und ist mit Sicherheit hilfreich. So weiß ich mittlerweile zum Beispiel, dass man 6.000 – 10.000 € Anschaffungskosten für die Ausstattung einkalkulieren sollten, wenn man plant, sich selbstständig zu machen. Mit diesem Betrag schockte uns Manfred Schmitz, Leiter von Intertext Berlin, als er zum Thema Existenzgründung referierte. Zu diesen 6.000 – 10.000 zählen Soft- und Hardware, Räumlichkeiten, Versicherung, Werbung, Berufshaftpflicht, Telefon/Fax/Internet etc. Das hat meinen Wunsch, später als Freiberufler zu arbeiten, erstmal gedämpft, aber nicht im Keim erstickt. Schließlich kann es nie schaden, auch eigene Erfahrungen in der Praxis zu machen.

Ich für meinen Teil habe beschlossen, bis zu meinem Abschluss möglichst viele praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen zu sammeln, um dann mit dem Master-Zeugnis in der Hand ein klares (berufliches) Ziel vor Augen zu haben.

So long, Nicole


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