WORLD OF TEXT

Ich suche die blaue Blume…

Posted on: 2. Juli 2009

Als Nichtmuttersprachlerin bin ich jeden Tag von der deutschen Sprache überrascht und fasziniert. Jeden Tag lerne ich etwas Neues, ob Wort oder Spruch. Es ist mir letztens aufgefallen, wie bildhaft eine Sprache sein kann. Ich liste Redewendungen auf, vergleiche sie mit denen meiner Muttersprache. Und stelle nach und nach fest, dass vieles ähnlich ist.

Wenn man im Ausland ist, hat man eine andere Vorstellung der Dinge. Da die Sprache im Land eine Fremdsprache für uns ist, betrachtet man sie mit anderen Augen. Man bemerkt manchmal Dinge, denen selbst Muttersprachler nicht bewusst sind. Und ab einem bestimmten Punkt bemerkt man auch Rechtsschreibfehler, die Muttersprachler machen…ist es nicht tröstend, zu wissen, dass sogar Deutsche kein perfektes Deutsch sprechen? und dass auch sie ab und zu stottern? So wird man mit sich selbst toleranter und nur so kann man mit den eigenen Fehlern klarkommen. Wir sind immerhin nur Menschen, und als solche fehlerhaft (Irren ist menschlich).

Als Französin habe ich besonders Schwierigkeiten mit der deutschen Grammatik. Ich verwechsle in der mündlichen Sprache immer wieder Nominativ und Akkusativ, stelle das Verb in die falsche Position, benutze ab und zu einen komischen Satzbau, sowohl als auch unpassendes Vokabular. Aber Hauptsache ist, dass alle mich verstehen, oder? Alles andere lernt man mit der Zeit.

Auch den Akzent kann man verbessern, indem man sich Filme in der Originalversion anschaut und richtig zuhört, wenn Muttersprachler sprechen. Ich habe immer gedacht, dass das Lernen einer Sprache wie das Musikspielen ist: dabei muss man so viel wie möglich es versuchen, Laute richtig nachzuahmen, und die passenden Mundorgane in Spiel zu setzen. Um Deutsch gut zu sprechen muss man unbedingt begreifen, dass alle Wörter nicht verbunden, sondern abgehackt ausgesprochen werden. Dies fällt den Franzosen schwer, weil Französisch eine fließende Sprache ist, in der die meisten Wörter  durch die sogenannte „liaison“ verbunden sind. Doch es ist nicht so leicht wie man denkt, ohne Auslandsaufenthalt oder Muttersprachler im Haushalt, eine Sprache akzentfrei zu sprechen – ich bin sogar der Meinung, dass dies unmöglich ist. So geht es leider nicht: legt also eure schönen Träume beiseite und tut was ihr könnt.

Die blaue Blume findet man nie.

Céline

(Korrekturlesen: Moritz)

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