WORLD OF TEXT

Ein deutsch-französisches Phänomen: Helmut

Posted on: 14. September 2009

Es gibt einen neuen Trend in der Comedyszene: Die parodistische Völkerverständigung.
Comedians eignen sich einen fremdländischen Dialekt an und nehmen auf diesem Weg das jeweilige Land aufs Korn- das aus dem sie vorgeben zu sein und das, in dem sie sich befinden. Sasha Baron Cohen war zuerst Borat, ein kasachischer Macho, der in Amerika sein Glück suchte, dann Bruno, ein schwuler österreichischer Modedesigner, der auch wiederum die Amerikaner, aber auch Israelis und Palästinenser aufs Übelste provozierte.
In dieser Tradition stürmt in Frankreich jetzt eine deutsche Kunstfigur den französischen Markt: Helmut Fritz.
Helmut
http://www.youtube.com/watch?v=rq6l-YGBwXo

Helmut beweist mit Derrick-Sonnenbrille, goldenen Turnschuhen und deutschem Akzent, dass außer Tokio Hotel noch andere Deutsche in Frankreich auf musikalischer Ebene Erfolg haben können.
In seinem Ohrwurm „Ca m’énerve“ oder besser „Sa me nerf“ nörgelt er auf französisch mit deutschem Akzent über die Pariser Schickeria. Er lästert über Mädchen, die sich in Größe 34 pressen, Ponys wie Kate Moss tragen und im Club Milliardaire ihr Geld verprassen.
Aber ist Helmut wirklich ein Deutscher?
Laut dem auf seiner Website veröffentlichten Lebenslauf wuchs er in Reinbek bei Hamburg auf, erbte 300 Millionen Mark und verprasste das dann alles auf Haute-Couture-Schauen und in Edelrestaurants in Paris.
Doch von dieser High Society ist er bald so genervt, dass er anfängt, sich seinen Frust von der Seele zu singen- und er wird ein Star.

So weit, so gut. Hinter der Kunstfigur steckt der Franzose Eric Greff, der sich, anders als sein offenherziges Alter Ego, bedeckt hält und Interviews nur als Fritz gibt. Von Greff weiß man nur, dass er 1975 geboren wurde, aus Béning-lès-Saint-Avold in Lothringen kommt, kaum Deutsch spricht und sich schon früher als Musiker versucht hat.

Doch auch in Deutschland gibt es (deutsche) Bands, die sich als Franzosen ausgeben: Zum Beispiel „Les Quitriche“, die wunderbare Chansons machen, die klingen wie aus dem Frankreich der 60er Jahre- und sich auch so stylen.

So, das war dann mein Beitrag für heute

Britta

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