WORLD OF TEXT

Archive for Juni 2010

Hallo! Mein Name ist Zuzana und ich mache seit kurzem auch ein Praktikum hier bei World Text. Ich studiere Dolmetschen und Übersetzen Deutsch-Russisch und komme aus der Slowakei. Ich werde versuchen meine Gedanken hier zum Ausdruck zu bringen, mal sehen wie das klappt 🙂

Ich bin wirklich sehr froh, dass ich das, für meine Uni in der Slowakei „Pflichtpraktikum“, gerade hier in Schwerin machen kann.

Was ich später in meinem Leben machen werde, ist noch eine Zukunftsmusik, dennoch weiß ich schon ganz genau, dass ich den Sprachen treu bleibe. Die Sprachen lernte ich immer mit Freude und ich glaube, dass sich das auch in der Zukunft nicht ändert. Deshalb las ich mit großer Neugier den Artikel darüber, dass jemand wirklich einen sogenannten Super-Dolmetscher zu bauen versucht. Ich bin mir im Klaren darüber, dass es schon einige Versuche dieser Art gab, nie habe ich aber wirklich darüber nachgedacht, dass das einmal tatsächlich der Fall sein sollte. Die Kenntnis einer beliebigen Sprache sehe ich als eine Verknüpfung von harter Arbeit, ständiges Studiums und ständiger Weiterbildung. Trotzdem würde ich es mir, auch wenn ich mich schon seit Jahren mit der deutschen Sprache befasse, nie erlauben zu sagen, dass ich die Sprache auch richtig voll und ganz beherrsche.

Es gibt so viele Sachen, auf die man erst aufmerksam wird, wenn man versucht etwas zu übersetzen. Dann sieht man, dass das, was man geglaubt hat, ganz und gar nicht der Wirklichkeit entspricht. Ich glaube, gut übersetzen zu können ist etwas, dass man nur durch Praxis erlangen kann. Deshalb ist es für mich einfach unvorstellbar, dass man diese Fertigkeiten einer Maschine beibringen könnte. Gut, für Leute, die nur eine Ahnung von dem, was sie in einer Fremdsprache verstehen sollen, haben wollen, ist es vielleicht nützlich einen Text den Google Translator übersetzen zu lassen. Das habe ich auch gemacht, weil ich einfach sehen wollte, wie gut (oder schlecht) das Ergebnis sein wird und das, was dabei herauskam, hat mich an manchen Stellen zum Lachen gebracht. OK, die gröbste Vorstellung vom Inhalt des Textes wurde mir zwar geliefert, aber das Produkt hatte nur im entfernten Sinne etwas mit einer Übersetzung zu tun. So sieht es zumindest bei Google Translator aus, keine Ahnung wie sich das ganze in ein Paar Jahren entwickelt, denn in der heutigen Welt wird auch das Unglaublichste letztendlich war,  für uns mögliche zukünftige Übersetzer und Dolmetscher will ich aber hoffen, dass das nur ein unerfüllter Traum bleibt.

Ich glaube, dass Leute, die Sprachen wirklich beherrschen und es auch wagen, sich der Übersetzer- oder Dolmetschtätigkeit zu widmen, es verdienen für ihre Arbeit gelobt zu werden und nicht von Maschinen ersetzt sein sollten. Auf der anderen Seite können uns genau die selben Maschinen das Übersetzen sehr erleichtern. Das letzte Wort sollte aber so wie so der Mensch haben.

Die Benutzung von Anglizismen in der deutschen Sprache ist heutzutage ein umstrittenes Thema (http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-02/deutsche-bahn-anglizismen). Neulich entschied die Deutsche Bahn nach der scharfen Kritik des Vereins Deutsche Sprache kontroverse Anglizismen wie „Call-a-bike“ oder „Kiss-and-ride“ mit deutschen Wortfügungen wie „Mietrad-Angebot“ oder „Kurzzeit-Parkzone“ zu ersetzen. (Ich muss hier auch sagen, dass ich als Englander ‚Kiss-and-Ride‘ nicht sofort verstanden habe. Meine Internet-Recherche zeigt, dass es vor allem in den Vereinigten Staaten benutzt wird.) Ich will nicht debattieren, ob Anglizismen im Deutschen gut oder schlecht sind, sondern zeigen, dass es, wenn man will, möglich ist, Anglizismen (und in der Tat alle Fremdwörter) zu vermeiden. Im Französischen gibt es, wie im Deutschen, viele Anglizismen und auch viele komische Scheinanglizismen wie le relooking (makeover; Typveränderung). Jedoch hat Frankreich immer versucht, „seine“ Sprache gegen fremde Einflüsse zu verteidigen. La Commission générale de terminologie et de néologie schafft jedes Jahr Hunderte Neologismen, um die zum Großteil mit Technologie verbundenen neuen englischen Wörter zu vermeiden. Überraschenderweise funktioniert dieses System ziemlich gut. Deshalb sagt man auf Französisch courriel statt E-Mail, logiciel statt Software. Man hört (oder in Wirklichkeit man hörte, weil jetzt alle einen iPod besitzen) un baladeur (Walkman) und man fährt mit einem VTT (Vélo-Tout-Terrain) und nicht einem Mountain-Bike. Diese Kunstwörter sind jetzt ein normaler Teil der Sprache. Sie sind erfolgreich, weil man schnell die französische Alternative formuliert und dann allen Medien den neuen Begriff benutzen. Die Werbung verwendet auch die neuen Ausdrücke, weil auch in der Werbung alle nicht-französischen Wörter übersetzt werden müssen. Es bleibt abzuwarten, ob neue Wörter wie éblaba (Chat) oder bolidage (Tuning), die während einer Fernsehshow gewählt wurden, in der Zukunft wirklich benutzt werden. Obwohl viele dieser Neologismen eindeutig nicht verwendet werden, ist es nichtsdestotrotz bemerkenswert, dass einige aus der Luft gegriffene Wörter zu einem normalen Teil der allgemeinen Sprache werden.

Hallo!

Ich bin der neue Praktikant bei World Text. Ich bin Student an der Universität von Durham, im Nordostengland und folglich bin ich schlechtes Wetter gewohnt. Nichtsdestotrotz war es eine Überraschung, als ich letzten Sonntag in Hamburg gelandet bin. Es regnete und die Temperatur war frische 11 Grad. Willkommen in Deutschland! Das war für mich ein großer Wechsel, weil ich seit Oktober in Spanien gearbeitet hatte und bei 30 Grad ins Flugzeug gestiegen war. Ich kann mich jedoch nicht zu viel beschweren, weil heute die Sonne hier in Schwerin scheint und diese schöne Stadt noch schöner macht!

Wie gesagt, war ich im Spanien, weil ich Sprachstudent bin: Französisch, Spanisch und Deutsch. Natürlich bin ich der Meinung, dass Sprachen wichtig sind. Deshalb hat es mich enttäuscht zu erfahren, dass jedes Jahr etwa 25 Sprachen verschwinden und laut UNESCO sind rund 2500 weitere in Gefahr (Neues Deutschland, 23.02.10) (http://www.neues-deutschland.de/artikel/165656.dramatischer-kulturverlust.html?sstr=Dramatischer|Kulturverlust).

Warum sollte diese Statistik beunruhigend sein? Was bedeutet eigentlich eine Sprache? Ist sie nur ein einfaches Kommunikationsmittel? Sicherlich nicht. Eine Sprache ist ein wichtiger Teil der Kultur eines Volkes, ein Symbol seiner Identität. Man muss nur an die politischen Probleme in Belgien denken, um diese Idee klar zu sehen (http://www.welt.de/die-welt/politik/article7297705/Belgien-zerbricht-am-Sprachenstreit.html). Der Streit um die Wahlkreisreform wird auf Meinungsverschiedenheiten zwischen den französisch sprechenden Wallonen und den niederländisch sprechenden Flamen zurückgeführt. Die beiden Sprachgemeinschaften verteidigen ihre Sprachen, um ihre Identität nicht zu verlieren.

In Großbritannien gibt es 11 gefährdete Sprachen, inklusive Walisisch, das von 750.000 Leuten gesprochen wird. In Deutschland werden vor allem Nordfriesisch und Saterfriesisch als schwer gefährdet angesehen. Was kann man machen, um eine Sprache zu retten, zu revitalisieren? Kornisch ist hier ein gutes Beispiel. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es fast keine Kornischsprecher mehr. Jetzt gibt es dank mehrerer Initiativen, z. B. Radiosendungen, Zeitschriftenartikel und der Förderung der Sprache in Schulen rund 3.000 Sprecher und bis zu 300.000 Sprecher mit Grundkenntnissen. Nicht nur kann man Kornisch an der Uni studieren, sondern es gibt auch Gedichte, Lieder und Bücher in der Sprache.  Obwohl es ein langer Prozess sein wird, gibt es positive Anzeichen. Eine Sprache, die tot war, wird nach und nach wiedergeboren und damit die historische Kultur einer Region. Hoffentlich wird mit anderen gefährdeten Sprachen etwas Ähnliches passieren!

Alex