WORLD OF TEXT

gefährdete Sprachen….

Posted on: 4. Juni 2010

Hallo!

Ich bin der neue Praktikant bei World Text. Ich bin Student an der Universität von Durham, im Nordostengland und folglich bin ich schlechtes Wetter gewohnt. Nichtsdestotrotz war es eine Überraschung, als ich letzten Sonntag in Hamburg gelandet bin. Es regnete und die Temperatur war frische 11 Grad. Willkommen in Deutschland! Das war für mich ein großer Wechsel, weil ich seit Oktober in Spanien gearbeitet hatte und bei 30 Grad ins Flugzeug gestiegen war. Ich kann mich jedoch nicht zu viel beschweren, weil heute die Sonne hier in Schwerin scheint und diese schöne Stadt noch schöner macht!

Wie gesagt, war ich im Spanien, weil ich Sprachstudent bin: Französisch, Spanisch und Deutsch. Natürlich bin ich der Meinung, dass Sprachen wichtig sind. Deshalb hat es mich enttäuscht zu erfahren, dass jedes Jahr etwa 25 Sprachen verschwinden und laut UNESCO sind rund 2500 weitere in Gefahr (Neues Deutschland, 23.02.10) (http://www.neues-deutschland.de/artikel/165656.dramatischer-kulturverlust.html?sstr=Dramatischer|Kulturverlust).

Warum sollte diese Statistik beunruhigend sein? Was bedeutet eigentlich eine Sprache? Ist sie nur ein einfaches Kommunikationsmittel? Sicherlich nicht. Eine Sprache ist ein wichtiger Teil der Kultur eines Volkes, ein Symbol seiner Identität. Man muss nur an die politischen Probleme in Belgien denken, um diese Idee klar zu sehen (http://www.welt.de/die-welt/politik/article7297705/Belgien-zerbricht-am-Sprachenstreit.html). Der Streit um die Wahlkreisreform wird auf Meinungsverschiedenheiten zwischen den französisch sprechenden Wallonen und den niederländisch sprechenden Flamen zurückgeführt. Die beiden Sprachgemeinschaften verteidigen ihre Sprachen, um ihre Identität nicht zu verlieren.

In Großbritannien gibt es 11 gefährdete Sprachen, inklusive Walisisch, das von 750.000 Leuten gesprochen wird. In Deutschland werden vor allem Nordfriesisch und Saterfriesisch als schwer gefährdet angesehen. Was kann man machen, um eine Sprache zu retten, zu revitalisieren? Kornisch ist hier ein gutes Beispiel. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es fast keine Kornischsprecher mehr. Jetzt gibt es dank mehrerer Initiativen, z. B. Radiosendungen, Zeitschriftenartikel und der Förderung der Sprache in Schulen rund 3.000 Sprecher und bis zu 300.000 Sprecher mit Grundkenntnissen. Nicht nur kann man Kornisch an der Uni studieren, sondern es gibt auch Gedichte, Lieder und Bücher in der Sprache.  Obwohl es ein langer Prozess sein wird, gibt es positive Anzeichen. Eine Sprache, die tot war, wird nach und nach wiedergeboren und damit die historische Kultur einer Region. Hoffentlich wird mit anderen gefährdeten Sprachen etwas Ähnliches passieren!

Alex

1 Response to "gefährdete Sprachen…."

Sehr gut, dass es möglich ist alte Sprachen wieder zu revitalisieren.

J.

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