WORLD OF TEXT

Studiengang: Dolmetschen und Übersetzen

Posted on: 3. August 2010

 

Zwei Tätigkeiten, die ein gemeinsames Merkmal haben, sich voneinander aber trotzdem unterscheiden. Was das gemeinsame Merkmal angeht, wird bestimmt jedem klar sein, dass es sich dabei um die Übertragung einer Information innerhalb von zwei oder mehreren Sprachen handelt. Es gibt  mehrere Unterschiede und ich glaube, dass jeder für sich selbst den einen oder anderen Unterschied erwähnen könnte.

Vor allem geht es um die Situation in der sich der Dolmetscher und Übersetzer befinden. Beim Übersetzen sitzt man ruhig hinter dem Computer, man kann ein beliebiges Wörterbuch in die Hand nehmen und beliebig die Begriffe „googeln“. Beim Dolmetschen hat man fast keine Zeit zum Nachdenken, man kann kein Wörterbuch zur Hand nehmen und man arbeitet unter Zeitdruck. Zumindest empfand ich das so, als wir in der Uni angefangen haben, uns damit zu beschäftigen. Irgendwie konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, das einmal beruflich zu machen, weil ich ständig ein großes Fragezeichen im Kopf hatte, „Was wenn ich etwas nicht verstehen werde?“ Wie das Leben aber einmal schon so ist, gilt das Sprichwort „Übung macht den Meister“ auch bei mir und mit den Erfahrungen, die ich bis jetzt im Bereich Dolmetschen sammeln konnte, ändert sich ein wenig meine Sicht auf die Dinge. Das Dolmetschen ist und bleibt für mich etwas, dass neben der perfekten Sprachkenntnis noch etwas Spezifisches fordert. Man muss einfach im Stande sein, unter Druck arbeiten zu können und die Gabe besitzen, sich aus einer Situation irgendwie aussprechen zu können. Man darf nicht an einem Wort hängen bleiben, auch wenn man für das Wort jetzt keinen entsprechenden Ausdruck finden kann, aber man sollte versuchen irgendwie nur das Wichtigste zu vermitteln. So mache ich das zumindest und bis jetzt scheint das zu klappen.  Es ist mir auch gelungen, mir das ständig präsente Fragezeichen aus dem Kopf zu schlagen und allmählich finde ich das Dolmetschen adrenalinvoller und spannender als das Übersetzen. Dabei muss man auch das in Betracht ziehen, dass man mit dem Dolmetschen nicht so viel vermasseln kann, wie mit dem Übersetzen, angenommen, man kennt sich in dem gedolmetschten Gebiet aus.

Was mir aber so wesentlich in meinem Studium geholfen hat, ist der Aufenthalt in Deutschland und ich finde es bedauernswert, dass solche Auslandsaufenthalte in der Slowakei immer noch nicht richtig wahrgenommen werden. Ich glaube, bei einem Studium, wie das Dolmetschen und Übersetzen ist, wäre es von großem Nutzen, solche Aufenthalte zur Pflicht zu machen und so den Studenten den Spracherwerb zu erleichtern. Viele von den Studenten trauen sich das nicht richtig zu und viele von denen wissen auch nicht, dass man so was überhaupt machen kann, außerdem ist die Anzahl der Plätze für einen Studienaufenthalt begrenzt und wenn man sich die Erfüllung dieses Wunsches nicht zur Priorität macht, kann man das auch gleich vergessen. Ich hoffe nur, dass es mir noch gelingt auch einige Zeit in Russland zu verbringen, damit sich meine, den Spracherwerb betreffende Feststellung, dass es viel nutzvoller ist, etwas an eigenem Leibe zu erfahren, als die ganze Zeit nur darüber zu lernen, auch bestätigt. In dieser Hinsicht habe ich die erste Erfahrung mit Russland schon hinter mir, jetzt kommt es darauf an, dass diese auch nicht die letzte bleibt..

Z.

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