WORLD OF TEXT

Archive for Juli 2012

In meinem ersten Blogbeitrag möchte ich über das eher durchgekaute Thema von Anglizismen in deutscher Werbung sprechen. Obwohl schon viel in älteren Blogeinträge darüber gesagt wurde ist es meiner Meinung nach immer interessant in die neusten Beispiele und Beiträge zu dieser Debatte ein bisschen tiefer reinzugucken. 

Eine Studie einer bekannten Beratungsfirma hat neulich gezeigt, dass weniger als die Hälfte der deutschen Bevölkerung englische Werbesprüche richtig verstehen und dass noch weniger sie richtig übersetzen könnten. Das heißt, sogenannte knackige, einprägsame Sprüche wie „Fly high, pay low“ für eine Fluggesellschaft gehen einfach über den Verstand von vielen Deutschen. Sind denn solche Werbungen kontraproduktiv? Wie kann man erwarten, dass deutsche Bürger die emotionale Bindung zu einem Produkt bauen, wenn viele von ihnen das Englische nicht sofort verstanden haben? Kaum liest man einen Werbespruch mehr als einmal, er muss deshalb einfach verständlich sein. Die potentiellen Kunden müssen wissen, was die Werbe auf Englisch mitteilen will – sonst wirkt die Werbung einfach nicht. 

Das heißt nicht, dass englische Redewendungen oder Sprüche in der deutschen Sprache fehl am Platz sind. Viele haben sich sehr schnell in die Sprache eingebürgert, wie „There’s no better way to fly“ von Lufthansa. Englisch in der Werbung kann weltoffen, dynamisch und modern wirken. Aber wichtig ist natürlich, die passenden Vokabeln zu verwenden, damit sich keine peinlichen Missverständnisse dadurch entstehen. Beispielsweise hat eine Firma, die eine Art „Körpertaschen“ vertreiben wollten, wohl übersehen, dass ihr „body bag“, wie sie es genannt haben, tatsächlich für Englischmuttersprachler einen „Leichensack“ bedeutet: nicht genau die Botschaft, die die Firma mitteilen wollte.

Nichtsdestotrotz sind einige von dem Verein der deutschen Sprache vorgelegte Meinungen bezüglich Anglizismen  nicht sinnvoll. Der Verein behauptet, dass englische Wörter nur in der deutschen Sprache benutzt werden sollen, wenn es keine deutsche Alternative gibt, wenn sich das Wort angenehm anhört und wenn es verständlich ist. Ich bin mit der letzten Voraussetzung einverstanden (aus den Gründen, die ich in den ersten Absätzen erklärt habe), aber wer soll entschieden zum Beispiel, ob sich ein Wort schön anhört oder nicht? Persönlich finde ich die von Facebook inspirierten Wörter liken oder geliked hässlich auf Deutsch, aber diese klingen wahrscheinlich sehr angenehm für manche Muttersprachler. Schön ist was gefällt. Zweitens, wer auch immer behauptet, man solle kein englisches Wort benutzen, wo ein deutsches schon existiert, muss auch gegen sämtliche Synonyme sein, obwohl alle Sprachen der Welt aus Synonymen bestehen.

Schließlich möchte ich noch einen Sachverhalt anschneiden. In England wird oft gejammert, dass die Deutschen englische Wörter nicht „richtig“ verwenden, oder dass sie neue Anglizismen erfinden, wie beispielsweise ein Beauty farm. Richtig, das ist falsches Englisch…. Aber, wenn das Wort schon in der deutschen Sprache eingebürgert ist, egal ob es sich von Englisch oder einer anderen Sprache ableitet, entspricht es nicht den Sprachnormen der englischen Sprache, sondern deutschen Regeln. Die Verwendung des Wortes Handy ist nicht falsch auf Deutsch, obwohl es im Zusammenhang mit Telekommunikation in England komisch vorkommen würde. Jedenfalls bin ich der Meinung, dass es viel Wichtigeres gibt, worüber man sich aufregen kann, als darüber, ob jemand einen Kaffee mit der Wendung Coffee to go bestellt, oder ob die WC am Bahnhof Rail and Fresh heißen.  

 

Jonathan

Vor ein paar Wochen habe ich die Chance gehabt, ein paar Leute in Schwerin kennen zu lernen. Jeden Dienstag Abend im Paulskirche findet eine Sammlung von Menschen verschiedener Alter von 15 bis 40 statt . Sie sitzen zusammen vor der Tür der Kirche, sie unterhalten und trinken. Die Erwachsene unter ihnen beschäftigen sich mit der Vorbereitung des Essens, welches sie den Jugendlichen anbieten. Es gibt sogar einen Billardtisch, Kicker und Tischtennis, damit die Teilnehmer sich vergnügen können.

Es klang nicht schlecht als man es mir beschrieben. Deswegen entschiede ich, mich dabei mitzumischen. Was ich nicht wusste, war, dass man eine gewisse Art und Weise haben muss, zu sprechen, sich zu kleiden und sich zu benehmen, um hier dazu zu gehören. Als ich angekommen bin, gekleidet in meinen hellen Jeans mit weißer Jacke, war mir unverzüglich klar, dass ich die Aufmerksamkeit der anderen von Kopf bis Fuß in schwarz gekleideten Teilnehmer erregt hatte. Wer war dieser nie zuvor gesehener Fremde, der sich die Haare allzu regelmäßig schneiden lässt, und was zum Geier macht er da mit uns? Haben sie sich sicherlich gefragt. Mein erster Gedanke war, dass ich nicht dazugehöre.

Als ich mich hinsetzte, fühlte ich mich schon ein bisschen wie ein Fisch auf dem Trockenen. Überall gab es verrückte  Haarfrisur: Mädels, die mit allen Farben des Regenbogens experimentierten. Männer, die gegen alle Friseurs zu streiken schienen. Jungs, die den Irokesenschnitt stolz trugen. Halsbände waren hier nötiger als Krawatten in einem englischen Internat. Schwarz war die einzige erlaubte Farbe. Hosen wurden mit Ketten statt Gürtel befestigt. Keine Nase war nicht gepierct. Kein Ohrläppchen bleibt ungedehnt. Riesen Stiefel wurden getragen, sowie Kapuzenpullover mit Anti-Nazi Slogans. Um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, spielte man Heavy Metal Musik im Hintergrund. Willkommen bei den Punks.

Immer noch, versuchte ich so sozial zu sein wie meine wackelige dritte Sprache mir erlaubt, auch wenn ich annahm, ich würde wenige Gemeinsamkeiten mit dieser Gruppe haben.

In Kürze bemerkte ich ein wiederkehrendes Thema. Die Nazis. Aber nicht die NSDAP über welche wir so viel in der Schule lernen. Für diese Jünglinge, bedeutet dieses Kennzeichen was anderes, was aktuelles. Es bedeutet (laut ihnen) Rechtsextremen, die sich mit den ehemaligen Politiken von der NSDAP identifizieren. Ich versuchte, vernünftig zu erwidern, dass es sicherlich keinerlei Jemand in Deutschland geben kann, der mit diesem schrecklichen, erbärmlichen Zeitalter in der deutschen Geschichte identifizieren würde. Die „Nazis“ von denen sie so viel sprachen und zwar mit so viel Hass, müssen hauptsächlich eine Ausgeburt ihrer Fantasien sein. Doch doch, sie mich versicherten, indem sie die neulich stattgefundenen Randalen im Hamburg zitierten, als die Neo-Nazi Bewegung eine Kundgebung organisiert hatten, und die Linksextremen sich dagegen mobilisierten.

Besonders beunruhigend war ihre offensichtliche Desensibilisierung bezüglich des „Nazi“ Spitznamens, den die jüngere Mitglieder dieser Gruppe allzu häufig benutzten. Darüber hinaus, sprachen sie von ihrer persönlichen Prügeleien mit diesem Feind, während die Erwachsenen gut zuhörten, und lächelten herzlich mit Stolz als noch eine Geschichte mit einem „punkischen“ Sieg in dem Krieg gegen die Nazis endete. Nichtsdestotrotz, es wirkte paradoxerweise gleichseitig auffrischend, so viele junge Leute zu treffen, die sich für eine ganze Menge politischer Themen so stark engagierten, auch wenn ihre Ansichten ziemlich Schwarzweiß wirkten, wie mit jüngeren Leuten oft der Fall ist. Letztendlich, für diejenigen die glaubten, wie ich, dass „Punk“ nur eine Phase war, die Teenies durchleben während dieser Selbstentdeckungsperiode ihres Lebens, war meine Erfahrung bei ihnen ein echter Augenöffner.

Wie viele Sprachen existieren rund um die Welt? 50? 100? 300?

Tatsächlich 7000. Aber Experten befürchten, über die Hälfte dieser Sprachen werden beim Ende des Jahrhunderts verschwinden. Aber wer spricht diese seltenen Sprachen, und warum gehen sie los?

Laut einem Bericht, ein nicht unbedeutend Teil aller Sprachen sind nie niedergeschrieben worden. Deswegen, wenn die letzten Sprecher einer seltenen Sprache sterben, dann stirbt einfach die Sprache mit ihnen. Es geht aber hier nicht nur um einen simplen Verlust eines verstaubten, kaum nützlichen Kauderwelsches. Es geht aber auch um den Verlust einer ganzen Gesellschaft, deren Geschichte, deren Kultur, deren Werte und Eigenarten komplett vom Erdboden verschwunden ist. Und zwar ohne Bemerkung. Wie kann das sein?

Die Vielfalt und Verschiedenheit der menschlichen Rasse ist unvorstellbar, eben unantastbar. Genetisch so ähnlich, die Kulturen, Glaubenssystemen, Wertorientierungen von Land zu Land, von Volkstamm zu Volkstamm unterscheiden sich so viel. Jede Gesellschaft hat eine unterschiedliche Weltanschauung. Und die Sprache spielt dabei eine bedeutende Rolle.

Jedoch, mit dem Verlust von so vielen Sprachen, geht die Menschlichkeit das Risiko ein, diese Vielfalt und dieser kultureller Reichtum zu gefährden. Viele behaupten, diese Tendenz sei auf Globalisierung zurückzuführen. Mit der technologischen Revolution und die immer weiter verbreitete Verfügung des Internet, haben die allgemeinere Sprachen wie Englisch, Französisch und Spanisch die kleineren, seltenen Sprachen bedroht. Immer mehr Studenten kehren sich von ihrer Muttersprache ab, um ihr Studium auf Englisch oder eine andere „wichtigere“ Sprache zu verfolgen, um den Bedarf der Arbeitgeber zu decken. Infolgedessen werden die seltenen Sprachen, die als unwichtig gelten, immer seltener, bis nur eine alte Gemeinde von Sprecher übrig bleibt.

Was können wir dagegen tun?

Dank der Arbeit von Sprachwissenschaftler wie Dr David Harrison, gibt es noch Hoffnung, dass wir diese seltenen Sprachen behüten können. Mit Technologie, nimmt Dr Harrison diese Sprachen auf, und sprechenden Wörterbücher online hochlädt, und dabei schafft es, diese Sprachen zu verewigen. Projekten in Indien, Sibirien, Papua-Neuguinea und Oregon sind schon unterwegs, und viele Lokalen haben an den Aufbau der Wörterbücher teilgenommen. Die Projekten beweisen sich schon erfolgreich, besonders in Papua-Neuguinea wo zwei unterschiedliche Dörfer, die eine Sprache teilen, das neu installierte Internet ausnutzen um das Wörterbuch zu entwickeln und der jüngsten Generation die Sprache beizubringen.

Technologie ist also ein zweischneidiges Schwert für seltene Sprachen. Auf der einen Seite ist sie das Mittel mit dem die großen Sprachen sich zum Kosten kleinere Sprachen verbreiten. Auf der anderen Seit ist sie aber auch der Grundpfeiler, mit welchem diese seltenen Sprachen sich gegen das Aussterben verteidigen.

Als Engländer sollte ich eher Teetrinker sein oder? Laut dem Stereotyp, glaube ich schon. Mein Getränk ist aber Kaffee. Naja, ich bin vielleicht ein Sonderling. Das mag wohl sein. Kann aber auch sein, dass eine Revolution in England unterwegs ist, denn viele Leute kehren sich von Tee ab. Vielleicht sollten wir das Recht der beiden Getränke auf friedliche Koexistenz respektieren, statt die beiden ständig gegeneinander auszuspielen. Nach allem, auch wenn ich Kaffee bevorzuge, trinke ich auch gerne Tee.

Immerhin, als gewidmete Kaffeetrinker, habe ich seit dem Anfang meines Jahres im Ausland ein paar Unterschieden von Land zu Land gemerkt. In England zum Beispiel, war ich fast von diesem Filterkaffee Konzept unbewusst – so fest eingewurzelt in unserer Kultur ist der Pulverkaffee. Ich hatte nur ein paar Mal Filterkaffee zuhause getrunken und ich gebe zu, dass ich von seinem etwas stärkerem Geschmack abgeschrocken war. Bezüglich meiner Kaffeevorzug beim Kaffeehaus: naja, ich wählte immer etwas, das viel Milch beinhaltet, um das Kaffeegeschmack zu dämpfen. Latte, Cappucino, Cafe au Lait, egal wie es beim Kaffeehaus genannt wurde, solange es möglichst wenig nach Kaffee schmeckte! Und Schaum natürlich, meine Tasse musste vor Schaum überquellen!

In Frankreich dagegen, als ich in meine möblierte Wohnung einzog, bemerkte ich sofort, dass in der Küche zwei Filterkaffee Maschinen lagen – eine kleine für wenige Tasse, und eine große für wenn es Besucher gab. So, beschloss ich meine Gewohnheiten zu adaptieren. Andere Länder, andere Sitten! Und nach viele Übung und viele Fehler, lernte ich endlich die perfekte Menge Kaffee für mein Geschmack zu verwenden. Und so begann meine Abhängigkeit. Es war als hätte ich bis dahin eigentlichen Kaffee nie getrunken. Endlich entdeckte ich warum entsteht diese Überzeugung, dass Kaffee aufweckt: bis dahin hatte ich echten, kräftigen, aufweckenden Kaffee nicht erfahren. Jetzt bin ich wach.

Aber dann, auf Besuch der Eltern von meiner Freundin, habe ich noch eine Entdeckung gemacht. Denn mit Filterkaffee, gibt es immer eine ziemlich lange Wartezeit vom Moment du die Maschine anschaltest, bis zum Moment die Kaffee in deine Tasse ist. Auch wenn diese Warte sich lohnt, kann das morgens unpraktisch sein, falls man verspätet ist. Aber diese Phänomen entnimmt alle Wartezeit. Von 0 auf Kaffee in wenige Sekunden. Es hieß Phillipps Senseo, und für mich repräsentierte es die Revolution. Man steckt einfach ein Kaffeepad in die Maschine, schaltet sie an und wartet dreißig Sekunden auf seinen Kaffee. Alles geht so schnell und die Menge von Kaffee ist jedes Mal gleich. Darin schwelgte ich.
Meine einzige Kritik der Franzosen war die Kaffeehäuser. Mein Bedarf nach Schaum und Milch wurde gar nicht bedeckt. Eigentlich wurde ich für Sonderling gehalten aufgrund meiner ständigen Nachfrage nach Milch. Immer, als ich mit Franzosen Kaffee trank, würden sie einen Espresso bestellen, die hieß eigentlich nur „café“. Denn für sie ist es so. Kaffee bedeutet Espresso. Ohne Milch. Ohne Zucker. Sehr klein und sehr Simpel.  Daneben saß ich mit meiner großen „grand crème“ (Milchkaffee), immer auf der Suche mehr Zucker hineinzufugen. So klar musste es gewesen sein, dass ich Fremde war…
Und dann kam ich nach Hause zurück, und fing wieder an mit dem Pulver. So geschmacklos und unbefriedigend war es, dass ich beschlossen habe, ich muss in eine Phillipps Magiemaschine sobald wie möglich investieren. Zumindest gibt es noch Teebeutel.

Empörung herrschte bei den Franzosen gestern, als sie sich der Nachricht bewusst wurden, dass der Staat Kalifornien ein Verbot gegen die Foie gras in Kraft gesetzt hat. Die Entscheidung wurde tatsächlich vor 7 Jahren getroffen, als die Staatsregierung behauptete, das Stopfen der Gänse sei gegen Tierrechte ungesetzlich. Die Regierung habe den Herstellern 7 Jahren gegeben, eine neue, weniger gemeine Methode zu finden, Foie gras zu produzieren.

Französische Hersteller beschweren eine Imagebeeinträchtigung. „Es ist eher eine Frage von kulturellem Schock“ einer Quelle zufolge. „Es wäre dasselbe, wenn wir hierzulande Ketchup oder Hamburgers verboten hätten.“ Aber die Franzosen werden die kalifornische Entscheidung nicht leicht akzeptieren. Die Beamte ziehen alle Vergeltungsmaßnahmen in Betracht. Sie vorbereiten sich auch, zur Boykottierung aller Wein aus Kalifornien zu versteigen.

Einer der größten Hersteller hat mit besserer Laune reagiert. Er beschrieb sein Mitleid für die armen Kalifornier, die jetzt aufgrund dieser Regelung eines gastronomischen Wunders beraubt werden. Er habe auch die Minister Kaliforniens bei ihm im sud-west Frankreich eingeladen, um eine Kostprobe der Delikatesse zu genießen.

Obwohl Kalifornien nicht allein ist, sich Sorgen um die Art und Weise der Herstellung von Foie gras zu machen, es ist der erste Staat, den Import davon zu verbieten. Aber eine juristische Schlacht scheint möglich, da die Franzosen sich weigern, die Entscheidung der Golden Coast fallen zu lassen.