WORLD OF TEXT

Seltene Sprachen – gehen sie verloren?

Posted on: 10. Juli 2012

Wie viele Sprachen existieren rund um die Welt? 50? 100? 300?

Tatsächlich 7000. Aber Experten befürchten, über die Hälfte dieser Sprachen werden beim Ende des Jahrhunderts verschwinden. Aber wer spricht diese seltenen Sprachen, und warum gehen sie los?

Laut einem Bericht, ein nicht unbedeutend Teil aller Sprachen sind nie niedergeschrieben worden. Deswegen, wenn die letzten Sprecher einer seltenen Sprache sterben, dann stirbt einfach die Sprache mit ihnen. Es geht aber hier nicht nur um einen simplen Verlust eines verstaubten, kaum nützlichen Kauderwelsches. Es geht aber auch um den Verlust einer ganzen Gesellschaft, deren Geschichte, deren Kultur, deren Werte und Eigenarten komplett vom Erdboden verschwunden ist. Und zwar ohne Bemerkung. Wie kann das sein?

Die Vielfalt und Verschiedenheit der menschlichen Rasse ist unvorstellbar, eben unantastbar. Genetisch so ähnlich, die Kulturen, Glaubenssystemen, Wertorientierungen von Land zu Land, von Volkstamm zu Volkstamm unterscheiden sich so viel. Jede Gesellschaft hat eine unterschiedliche Weltanschauung. Und die Sprache spielt dabei eine bedeutende Rolle.

Jedoch, mit dem Verlust von so vielen Sprachen, geht die Menschlichkeit das Risiko ein, diese Vielfalt und dieser kultureller Reichtum zu gefährden. Viele behaupten, diese Tendenz sei auf Globalisierung zurückzuführen. Mit der technologischen Revolution und die immer weiter verbreitete Verfügung des Internet, haben die allgemeinere Sprachen wie Englisch, Französisch und Spanisch die kleineren, seltenen Sprachen bedroht. Immer mehr Studenten kehren sich von ihrer Muttersprache ab, um ihr Studium auf Englisch oder eine andere „wichtigere“ Sprache zu verfolgen, um den Bedarf der Arbeitgeber zu decken. Infolgedessen werden die seltenen Sprachen, die als unwichtig gelten, immer seltener, bis nur eine alte Gemeinde von Sprecher übrig bleibt.

Was können wir dagegen tun?

Dank der Arbeit von Sprachwissenschaftler wie Dr David Harrison, gibt es noch Hoffnung, dass wir diese seltenen Sprachen behüten können. Mit Technologie, nimmt Dr Harrison diese Sprachen auf, und sprechenden Wörterbücher online hochlädt, und dabei schafft es, diese Sprachen zu verewigen. Projekten in Indien, Sibirien, Papua-Neuguinea und Oregon sind schon unterwegs, und viele Lokalen haben an den Aufbau der Wörterbücher teilgenommen. Die Projekten beweisen sich schon erfolgreich, besonders in Papua-Neuguinea wo zwei unterschiedliche Dörfer, die eine Sprache teilen, das neu installierte Internet ausnutzen um das Wörterbuch zu entwickeln und der jüngsten Generation die Sprache beizubringen.

Technologie ist also ein zweischneidiges Schwert für seltene Sprachen. Auf der einen Seite ist sie das Mittel mit dem die großen Sprachen sich zum Kosten kleinere Sprachen verbreiten. Auf der anderen Seit ist sie aber auch der Grundpfeiler, mit welchem diese seltenen Sprachen sich gegen das Aussterben verteidigen.

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