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Was für eine Wurst! Deutsche Esskultur

Posted on: 7. August 2012

Als Brite, bin ich kaum qualifiziert, eine Kritik an deutscher Essgewohnheiten zu geben. Laut meiner französischen Freundin, jedenfalls. Ich habe immer noch ein paar Bemerkungen seit meinem Aufenthalt in Deutschland gesammelt.

Eines ist sicher: die Deutschen lieben Wurst. Überall wo ich gefahren bin, habe ich kleine auf Wurst gewidmete Kiosks gefunden. Ok, vielleicht sind die deutschen bei dieser Gewohnheit nicht allein – nach allem haben wir Hotdogs. Aber es gibt immer noch einen Unterschied zwischen ein Hotdog und diese Wurst Kultur. Man vergisst seine erste Wurst nicht. Und meine ist in Rostock gekommen. Ich habe eine Riesen Currywurst innerhalb eines winzigen Brötchen gekriegt, und das auf ein Stück Karton, mit einer großen Portion Senf darauf. Einmal bedient, isst man seine Wurst auf einen Tisch (ohne Stühle) und oftmals mit Fremden (es gibt normalerweise nur ein oder zwei Tische). Ich habe fast nach Gedeck nachgefragt, bevor ich eingesehen hatte, dass hier kein Gedeck benötigt wird. Man muss eigentlich, die heiße Wurst mit den Fingern reißen, in dem Senf eindippen und dann essen. Nicht so praktisch, gar nicht so gediegen (besonders wenn man mit Fremden isst!) aber Lecker. Ich bereue nur, dass meine Freundin diese (Mangel an) Esskultur mit mir nicht  erfahren hat. Ihre Reaktion zu so einem Verschandeln der „haut cuisine“ Gewohnheiten ihrer Heimat wäre unbezahlbar gewesen. 

Das Leben ohne Eis ist mir unvorstellbar. Seitdem ich im Ausland bin, hat meine Eisernährung verzehnfacht – am Mindesten. In Frankreich, als ich mit meinen Mitbewohnern ein Urlaub in Marseille und Nice genommen habe, habe ich wenigstens 3 Kugel pro Tag genascht. Naja, ich bin nicht stolz darauf, aber all diejenigen, die „Caramel au beurre salé“ geschmeckt haben, können meine Sucht leicht verstehen. Glücklicherweise für meinen überlasteten Gürtel, hat meine Eisbesessenheit seit meiner Einzug nach Deutschland dramatisch verzögert. Sicherlich aufgrund des etwas schlechteren Wetters statt der Macht meines Willens, aber immer noch. Und das trotz das Auftauchen von einer Branche von Janny’s Eis auf jedem Ecke! Aber wenn ich persönlich erfolgreich das Eisgeschäft vermeide, bin ich ein Ausnahme – die Anzahl von Erwachsene mit Eishörnchen in der Hand ist bemerkenswert. Mein Kollege und ich konnten uns vor Lachen nicht halten einen Mittag, als wir 4 beruflichen Männer mittleren Alters auf die Straßen entgegneten, alle sehr schick in Anzug und Schlips gekleidet, aber alle mit Eis in der Hand. Es bestand etwas widersinniges darin, so eine seriös-aussehende Gruppe von professionellen Männer zu sehen, als sie so ein kindliches Essen mampften.

Als ich im Hamburg vor zwei Wochen war, hatte ich die Chance, Abends in einem Bayerischen Restaurant mit Kumpels zu essen. Dies war eine echt neue Erfahrung. Erstens, gibt es keine Tische, wie man sich in einem normalen Restaurant vorstellt. Es sieht mehr wie einen Speisesaal in einer Schule aus. Man sitzt ehe auf eine Bierbank. Nicht ideal, wenn du deine Freundin hier führst, in der Hoffnung auf einer romantischen Mahlzeit en tête à tête.

Zweitens, das Bier kommt in Maßen. Für diejenigen die das noch nicht wissen, ein Maß ist ein Liter – also für uns Briten, entspricht es ungefähr zwei Pinte. Das ist übrigens sehr schwer! Und ich bleibe skeptisch, ob es wirklich eine gute Idee ist, soviel Bier in eine Glas zu kriegen, denn es dauert so lang, dass beim Ende ist das Bier warm. Und warmes Bier lässt sich nicht so einfach schlucken! Abgesehen davon, ist bayerisches Bier mein Lieblingsbier Deutschlands. Ich würde Paulaner besonders empfehlen – man darf nicht in Deutschland kommen, ohne es zu probieren. Das wird mir am Meisten fehlen, wenn ich eventuell zurück nah der Insel komme.

Demnächst, haben wir die Speisekarte gekriegt. Ich gebe zu, nach 8 Monaten in Frankreich ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, ist mein Deutsch etwas eingerostetes geworden. Aber ich konnte immer noch in einem Restaurant es hinkriegen, Essen zu bestellen. So dachte ich. Aber mit dieser Speisekarte kam ich nicht zurecht. Auf dem bayerischen Dialekt geschrieben, hätte man ehe Niederländisch geglaubt! Deswegen habe ich das einzige Ding auf der Speisekarte bestellt, das ich anerkannte – Schnitzel! Als man mich das Gericht serviert, wurde ich von der Größe meiner Portion verblüfft. Es war riesen- riesengroß. Fügt man dieses enormes Schnitzel zu meinem bodenlosen Bier hinzu, und gelangt man dem Schluss, dass alle Bayer Giganten sein müssen!

Die Atmosphäre, während wir aßen, war unglaublich lebendig. Es gab eine Liveband, die typisch bayerische Volksmusik spielte, es gab Männer und Frauen in Lederhosen, die auf den Banken tanzten, Jedermann sang mit der Band – und Jedermann hatte Riesenspaß beim Essen. So eine lebendige Mahlzeit habe ich nie gehabt – aber das tat richtig gut!

Zwei Stunden später haben wir das Restaurant voll und satt und in ganz gute Laune verlassen.

Letztens, wäre es unrecht, die Kaffee und Kuchen Kultur nicht zu erwähnen. Am Nachmittag, rund um 15.30-16.00 Uhr, geht man in ein Café, um ein vorzügliches Stück deutsches Kuchens mit einem Heißgetränk auszukosten. Und hier reden wir nicht nur von den Klassikern wie Karottenkuchen oder Biskuitkuchen. Sondern gibt es alle Geschmäcke, die du es wagst, dir vorzustellen.  Es lohnt sich wirklich, diese Kultur nachzuahmen (auch wenn ein paar Deutschen aussehen, als wäre es ihnen gut tun, auf diese Gewohnheit eine Weile zu verzichten.) Für 5 Euro kann ich hier meine Zuneigung für alle Zuckerstoffen gut befriedigen, im Vergleich zu Toulouse, wo ein heißes Getränk galt als fast 4 Euro pro Tasse! Deswegen fast jeden Tag nach der Arbeit wird mit meinem Kollegen Kaffee und Kuchen bestellt. Es gibt eben eine traumhaft gute weiße Heißschokolade, falls man sich wirklich verhätscheln will.

Alles in allem, auch wenn die deutsche Esskultur nicht mit derjenigen der Franzosen zu vergleichen ist, hat es seinen eigenen Charme. Es gibt viele typisch deutsche Speisen zu entdecken. Man braucht nur dafür offen bleiben, und er könnte sich überraschen! Demnächst, probiere ich Sauerkraut…

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