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Das Pfand – Clever Deutschland

Posted on: 8. August 2012

Die Deutschen nehmen Recyceln sehr ernst. Das ist kein Geheimnis. Bevor du wegschmeißt, musst du überlegen: welcher Mülleimer ist der passende?  Der berühmte gelbe Sack? Die Papiertonne? Biomüll? Restmüll?

So verwirrend ist es doch nicht. Also keine Vorwände für Faulheitsrechtfertigungen, bitte. Aber wie steht’s mit diesem fortgeschrittenen Pfandkonzept?

Ich erinnere mich gut an meinem ersten Aufenthalt in Deutschland, als ich mit meinem Austauschpartner in Bochum blieb. Wir hatten eine lange Strecke nach Köln mit der Deutschen Bahn gemacht, und hatten Durst. Also Gastmutti gibt jedem von uns (seinem Sohn, seinem Mann und mir) eine Flasche Wasser die sie mitgepackt hat. Ich trinke meins fast auf ex, so durstig bin ich. Dann, schon keinen Bock mehr, eine leere Flasche in der Hand zu tragen, suche ich den Nähesten Mülleimer aus, und schmeiß die Flasche weg.

Oder fast.

Bevor ich die leere Flasche von der Hand loslassen kann, sehe ich meinen mittelfünfziger Gastvati, der mich jagt, das Gesicht blass mit Unruhe. Er läuft leichtfüßig durch die Menschenmenge und hechtet nach mir, indem er „Neeeeiiiiiinnnn“ schreit. Nächstens, sind wir beide am Boden, ich fest in seinen Armen erfasst. Er nimmt die Flasche aus meiner Hand während er mir heldenhaft erklärt, dass hierzulande Flaschen erhalten werden muss, um das Rückgeld bei dem Pfand zurückzubekommen. Siegreich, dreht er zu seiner Frau und seinem Sohn um, und hebt die Flasche über seinem Kopf hoch, zum stürmischen Beifall seines Publikums.

Ok, ich habe die Erinnerung vielleicht ein bisschen verfälscht, um die Hollywood Wirkung zu übertreiben. Aber seit diesem Moment, habe ich meine Lektion gelernt. Ich sammele jetzt alle meine Flasche, um diese Wunderpfandmaschine am Supermarkt zu futtern und meinen Rückgeld-Bon zu kriegen.

Ist es aber clever, dieses Pfandsystem?

Das Prinzip, dass man beim Teilnehmen an Recyceln Geld kriegt, ist grundsätzlich nicht schlecht. Geld wird sicherlich auch den vehementesten Klimawandelsverweigerer anreizen, seine benutzten Flaschen zurückzubringen. Und die Art Faulheit, die mich zum Wegwurf von Flaschen im Restmüll in England führt, würde plötzlich eine teure Gewohnheit, wenn ich bis zu 25 Cent pro Wegwurf verlor. Deswegen kann das Pfand für unsere Umwelt nur zugunsten sein.

Aus diesem Grund ist das Pfand meines Erachtens eine der cleversten Ideen Deutschlands in seinem Kampf um Klimawandel rückgängig zu machen. Um Erfolg beim Recyceln zu gelangen muss Jedermann angereizt sein, dabei mitzumachen, und die Ausnutzung des Pfands als „Bestechungsgeld“ dient genau diesen Zweck. Dieses System beweist den Ergeiz der Deutschen, seine umweltfreundlichen Pflichten entgegen der EU zu schaffen.

Natürlich gelten Flaschen nur einen kleinen Teil des Mülls, den wir recyceln müssen. Aber das Pfandprinzip ist ein, das man zu anderen Mülltrennungsmöglichkeiten anwenden könnte, um die ganze Bevölkerung sich enthusiastischer für das Recyceln engagieren zu lassen.

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